AUTOMATICAR 2018

Am 12. April öffnete erstmalig die Schweizer AUTOMATICAR ihre Türen im Rahmen der SmartSuisse an der Messe Basel. Die neu geschaffene Agora widmet sich in den kommenden Jahren der automatisierten Mobilität und fokussiert sich auf die regulatorischen, technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen bei der Markteinführung selbstfahrender Fahrzeuge in der Schweiz.

Die AUTOMATICAR bietet neuen und etablierten Akteuren aus dem ICT- und Verkehrssektor einen 360°-Blick auf die Chancen und Risiken einer Automatisierung des künftigen Strassenverkehrs, schafft Raum für zukunftsweisende Debatten um die mobilitätspolitischen Perspektiven sogenannter „autonomous vehicles (AV)“ und präsentiert ein Schaufenster für die aktuellen Demonstrations- und Forschungsprojekte in diesem Transformationsfeld.

Raum: Säntis

Automaticar Programm
 

Die technischen und sozialen Innovationen im Verkehrssektor der letzten zehn Jahre – von der Elektrifizierung des automobilen Antriebsstrangs, über den Einzug einer globalen Share Economy in ÖV und MIV bis hin zu einer weitgehenden Integration ganz unterschiedlicher Verkehrsangebote im Sinne einer „Mobility as a service“ – lassen bereits heute einen tiefgreifenden Wandel des Gesamtmobilitätssystems in den Industrienationen erkennen. Diese Dekarbonisierungs-, Deprivatisierungs- und Digitalisierungsphänomene der individuellen Mobilität im 21. Jahrhundert werden zunehmend auch mit einer Robotisierung alltäglicher Mobilitätswerkzeuge und Transportketten zusammengebracht. Im Zentrum heutiger Debatten um die Zukunft des Verkehrs stehen vermehrt die selbstfahrenden oder vollautomatisierten Fahrzeuge, mit denen künftig ein grosser Teil der Verkehrsleistung in den Industrienationen erbracht werden könnte.  

Um diesen Transformationspfaden im Kontext einer hochautomatisierten Mobilität und den daraus resultierenden gesellschaftspolitischen Debatten eine angemessene Bühne zu geben, haben sich nun mehrere namhafte Akteure aus dem Schweizer Mobilitätssektor zusammengeschlossen und lancieren mit der ersten AUTOMATICAR eine neue nationale Initiative, zu der sie all jene zukunftsorientierten Player aus dem Schweizer Verkehrs-, Energie- und ICT-Sektor einladen, die in dieser anstehenden kolossalen „Autowende“ eine massgebliche Rolle einnehmen wollen. Gerade weil das selbstfahrende Auto künftig die klassischen Grenzen zwischen diesen Sektoren und insbesondere auch zwischen dem kollektiven öffentlichen und dem privaten Individualverkehr aufhebt, ergeben sich für sämtliche Schweizer Verkehrsschaffende in den kommenden Jahren neue und einzigartige Chancen – aber auch Risiken.

Im Mittelpunkt steht dabei die gemeinschaftlich erarbeitete CHARTA AUTOMATICAR als programmatisches Fundament einer automatisierten Mobilität in der Schweiz und künftiger Wegweiser für die Partner der IG AUTOMATICAR.

Lutz Bachmann

Professor für Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt
Bachmann-Lutz

Professor für Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt mit den Schwerpunkten: Praktische Philosophie, Ethik und politische Philosophie sowie Philosophie des Mittelalters und Religionsphilosophie. Träger des Hessichen Kulturpreises 2017. Vizepräsident der Goethe-Universität für Forschung in den Jahren 2009-2015. Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universität. Gründungsmitglied des Exzellenz-Clusters 243 "Die Herausbildung Normativer Ordnungen" sowie Gründungs-Ko-Direktor der Johanna Quandt Academy for Young Scientists. Mitglied der Ethik-Kommission beim Bundesverkehrsministerium der Bundesrepublik Deutschland zur Einführung autonomer Systeme im Straßenverkehr (2016-2017).

Bosch Ralf

Leiter Verkehrstelematik und Mitglied der Geschäftsleitung Rapp Trans AG
Ralf Bosch

Ralf Bosch leitet seit 2014 bei Rapp Trans Forschungs- und Beratungsprojekte für verkehrstelematische Systeme, die in einen europäischen Kontext eingebunden sind und neben technischen und wirtschaftlichen Fragestellungen auch mit gesellschaftlichen, rechtlichen und politischen Herausforderungen verbunden sind. Schwerpunkte liegen dabei auf zukünftigen Mobilitätlösungen mit dem automatisierten Fahren, sowie der Strassenverkehrsmaut und dem digitalen Kontrollgerät (Tachograph). Der studierte Ingenieur hat 25 Erfahrung in leitenden Funktionen in der Automobilzulieferindustrie und viele Jahre im Vorstand von CORTE (Confederation of Road Transport Enforcement.

Helmut Eichhorn

Leiter Verkauf bei den Freiburgischen Verkehrsbetrieben (TPF TRAFIC)
Helmut Eichhorn

Helmut Eichhorn leitet seit 2014 den Verkauf und das Endkundenmarketing bei TPF TRAFIC. Daneben obliegt ihm die operative Verantwortung des Tarifverbundes Frimobil (Kanton Freiburg), sowie die Führung und Begleitung diverser nationaler Gremien im Bereich Vertrieb und Tarif des öffentlichen Verkehrs. Davor hatte Helmut Eichhorn leitende Funktionen in den Gebieten Distribution, Betriebsführung und Geschäftsentwicklung inne.

Peter Goetschi

Zentralpräsident Touring Club Schweiz (TCS)

Goetschi
Seit dem 1. Januar 2012 ist Peter Goetschi Zentralpräsident des Touring Club Schweiz. Diese Funktion umfasst im Besonderen das Präsidium des Verwaltungsrats des grössten Mobilitätsclubs der Schweiz, die Kontakte und Koordination mit dessen 24 Sektionen, die (verkehrs-)politische Repräsentation des Clubs sowie die Kontakte mit den internationalen Partnern. Vor der Übernahme dieser hauptamtlichen Funktion war der gelernte Jurist und Rechtsanwalt zuerst während 5 Jahren Partner in einer Anwaltskanzlei und anschliessend während 10 Jahren für die KPMG tätig.

Andreas Hinterberger

Country Lead Public Policy bei Uber Schweiz
Andreas Hinterberger
Andreas Hinterberger ist seit Sommer 2017 Country Lead Public Policy bei Uber Schweiz und zeichnet damit unter anderem für die politische Kontaktarbeit des Technologieunternehmens in der Schweiz verantwortlich. Der promovierte Politologe arbeitete zunächst mehrere Jahre in der Beratung, wo diverse Startup-Firmen und Unternehmen mit digitalisierten Geschäftsmodellen zu seinen Kunden zählten. Das Technologieunternehmen Uber ist eines der höchstbewerteten Einhörner aus dem Sillicon Valley und bietet seine Dienste in der Schweiz zurzeit in den Städten Genf, Lausanne, Basel und Zürich an.

Anton Keller

Leiter der TCS Mobilitätsberatung

Keller Anton
Anton Keller ist seit 14 Jahren beim TCS und Leiter der TCS Mobilitätsberatung in Fragen zu Tests von Fahrzeugen und ihren Komponenten, u.a. Fahrassistenzsysteme und deren Bedienung und Wirkung. Der Konsumentenschutz steht im Zentrum seiner Aktivitäten und somit auch die transparente Verwendung der Daten, welche in der Autoindustrie anfallen. Er ist gelernter Automobilingenieur FH und Master in Business Administration and Engineering, sowie Mitglied der eidgenössischen Kommission für Konsumentenfragen EKK

Anders Lie

Specialist in traffic safety working for the Swedish Transport Administration
Anders Lie
He has held his position there since 1995. He has a PhD in Epidemiology from Karolinska Institute in Sweden. Anders Lie has been an active partner in the development of the Vision Zero. From the start he has been representing Sweden as a board member in the Euro NCAP crash test co-operation. Anders Lie has been active in the development of a Management System Standard for Traffic Safety (ISO 39000). Anders Lie is appointed as a part time adjunct professor at Chalmers University of Technology.

André Müller

Geschäftsleitungsmitglied und Bereichsleiter Energie & Umwelt bei Ecoplan

Mueller Andre
Die Abschätzung der volkswirtschaftlichen Nutzen und Kosten der NEAT, neuer Tramprojekte, der Energiestrategie 2050, der Klimapolitik, der bilateralen Verträge mit der EU, der Schengen/Dublin-Assoziierung und der neuen Mobilitäts-Servicewelt sind  die Projekte, an welchen André Müller in seinem Berater- und Forscherleben am liebsten gearbeitet hat. André Müller hat sein Rüstzeug nach einem Ingenieurstudium an der ETH mit einem Volkswirtschaftsstudium komplettiert. Er ist als Partner, Geschäftsleitungsmitglied und Bereichsleiter Energie & Umwelt seit 1990 im Forschungs- und Beratungsbüro Ecoplan tätig.

Michael Nikowitz

Koordinator für automatisiertes Fahren, bmvit – Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Michael Nikowitz
Michael Nikowitz, ist mit der Koordination und strategischen Weiterentwicklung der Initiativen des bmvit beim automatisierten Fahren im Generalsekretariat beauftragt. Derzeit ist er mit der Erstellung eines neuen Aktionsplans zum automatisierten Fahren beauftragt. Er hat außerdem mehrere Beiträge zur erfolgreichen Implementierung von xEVs sowie, in Zusammenarbeit mit Springer, ein Buch zur "Systemoptimierung und Fahrzeugintegration von Hybrid- und Elektrofahrzeugen" veröffentlicht. Sein Buch über "Fully autonomous vehicles" bietet einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Technik der fahrerlosen Autos. In seinem neuesten Buch „Professor Schraubingers Roboter“ ermöglicht er Kindern den Zugang zu Forschung und Wissenschaft.

Fabienne Perret

Leiterin Geschäftsbereich Verkehr bei EBP Schweiz AG

Perret Fabienne
Fabienne Perret ist seit 15 Jahren mit Herz und Blut Verkehrsplanerin. Am liebsten beschäftigt sie sich mit gesamtverkehrlichen und strategische Fragen sowie die Mobilität der Zukunft. Hier-zu hat sie bereits verschiedene Forschungsarbeiten geleitet, aktuell zum «Einsatz automatisier-ter Fahrzeuge im Alltag», einer Studie welche die denkbaren Anwendungen und Effekten in der Schweiz untersucht. 

Jürg Röthlisberger

Direktor Bundesamt für Strassen (ASTRA)

Jürg Röthlisberger

ürg Röthlisberger ist seit dem 1. März 2015 Direktor des Bundesamts für Strassen (ASTRA). Nach einer Lehre als Tiefbauzeichner bildete er sich zum Bauingenieur HTL und ETH weiter. Danach arbeitete er für eine Baufirma und ein Ingenieur-Unternehmen. Seit 1997 ist Röthlisberger fürs ASTRA tätig. Zunächst war er Gebietsverantwortlicher Ostschweiz und ab 2004 als Vizedirektor für die Abteilung Strasseninfrastruktur verantwortlich. 2012 wurde er vom Bundesrat zum stellvertretenden Direktor ernannt. Röthlisberger ist verheiratet und Vater zweier Kinder.

„Die Mobilität wird sich in den kommenden Jahren verändern. Ziel ist es, die für die Nutzung neuer Technologien nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen und die Nationalstrasseninfrastruktur fit zu machen für die kommenden Herausforderungen

Beat Rudin

Datenschutzbeauftragter Kanton Basel Stadt
Beat Rudin

1992-2001 Datenschutzbeauftragter des Kantons Basel-Landschaft, Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung für Datenschutz und Informationssicherheit. 2001-2008 Geschäftsführer der Stiftung für Datenschutz und Informationssicherheit, Managing Director des Symposium on Privacy and Security und selbständiger Datenschutzexperte. Seit 2009 Datenschutzbeauftragter des Kantons Basel-Stadt und Mitglied des Büros von privatim. Seit 2016 wiederum Präsident. Mitherausgeber von digma, der Zeitschrift für Datenrecht und Informationssicherheit. Seit 2003 Lehrbeauftragter, seit 2014 Titularprofessor für Datenschutzrecht und Informationsrecht an der Universität Basel. Träger des Wissenschaftspreises 2016 der Stadt Basel

Foto: bs.ch / Foto Juri Weiss

Post Roboter
SmartSuisse 2017 Impressionen
„Das Ziel von AUTOMATICAR und unserer Gründungscharta ist es, den Weg zu ebnen für einen nutzergerechten, sicheren, volkswirtschaftlich sinnvollen sowie ressourcen- und klimafreundlichen Einsatz selbstfahrender Fahrzeuge im Schweizer Strassenverkehr. Das Auto von morgen soll eben nicht „autonom“ daher kommen, sondern eingebettet werden in eine nachhaltige Verkehrsentwicklung. Dafür braucht es heute einen intensiven Austausch.“
Dr. Jörg Beckmann, Geschäftsführer Mobilitätsakademie AG